Was ist ein Bruch?

Als „Bruch“ (Leisten-, Schenkel-, Nabel- oder Narbenbruch lat. „Hernie“ - kein Knochenbruch!) wird eine Lückenbildung in der Bauchwandmuskulatur, durch die sich das Bauchfell wie der Finger eines Handschuhs nach außen vorwölbt, bezeichnet. Die Lücke kann angeboren oder erworben sein. In die entstandene Bauchfellausstülpung können Eingeweide (Dünn- und Dickdarmanteile) rutschen und einklemmen. Diese Situation kann lebensgefährlich sein. Daher ist es erforderlich die entstandene Lücke rechtzeitig (am besten geplant) operativ zu verschließen. Seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts geschieht dies in aller Regel spannungsfrei durch ein Kunststoffnetz.

Bei einem Zwerchfellbruch (innerer Bauchwandbruch) kommt es durch Verziehung der Speiseröhre nach oben zu einer Schädigung des Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre. Die im Magen produzierte Säure kann ungehindert in die Speiseröhre fließen (Sodbrennen kann entstehen; besonders nachts in liegender Position).

 
 
 
 
Wissen Instrumente2
 
 
 
 
 
 

Bauchwand- / Narbenhernie

Die Symptome zeichen sich durch Vorwölbungen im Bereich einer Operationsnarbe an der Bauchwand, die sich insbesondere beim Pressen, Husten oder Aufrichten aus liegender Position bemerkbar machen, aus. Im Liegen ist die Vorwölbung häufig nicht erkennbar.

Ursache

Nach einer Bauchoperation wird die Bauchdecke mit ihren verschiedenen Muskel- und Bindegewebschichten mit Nähten verschlossen, die normalerweise eine feste Narbe bewirken sollen. In bis zu 30 % der Fälle kann es jedoch zu einem Auseinanderweichen der zunächst ausgeheilten Narbe kommen und durch die hierdurch entstandene Lücke kann sich Bauchinhalt wie Darm oder Fettgewebe aus dem Bauchraum hindurchdrängen.

Die Entstehung eines Narbenbruchs wird durch folgende Faktoren unterstützt : Alkohol- und Nikotinmissbrauch, akute oder chronische Atemwegserkrankungen, maschinelle Beatmung nach Bauchoperation, Bauchwasser, Bindegewebsschwäche, Darmverschluss, Eiweißmangel, Husten, Nierenfunktionsstörungen, Tumorleiden, Übergewicht, Wundinfekte, Zuckerkrankheit, wiederholte Bauchschnitte, fehlerhafte Wundverschlusstechnik.

Ist eine Operation notwendig?

Wenn sich der Bruchsackinhalt eingeklemmt hat (selten) und nicht mehr in den Bauchraum zurückzudrängen ist, muss eine Notfalloperation durchgeführt werden. Diese Situation äußert sich in schwersten Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Vor allem Narbenbrüche mit einer kleinen Bruchlücke neigen zur Einklemmung.

Da die Möglichkeit einer Einklemmung immer besteht, ist grundsätzlich eine Operation anzuraten. Dringlich notwendig wird eine Operation, wenn die Haut im Bereich des Narbenbruches dünner wird oder sich entzündet. Generell gilt wie für alle anderen Weichteilbrüche auch, dass ein derartiger Bauchnarbenbruch sich nicht zurückbilden kann, sondern im Laufe der Zeit größer wird, sodass eigentlich allen Patienten vordringlich aber jüngeren zur Operation geraten werden soll.

Bei kleinen Brüchen unter 2 cm kann es ausreichend sein, die auseinander gewichenen Bruchränder überlappend wieder aneinander zu nähen.

Nachbehandlung

Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren) erfolgt sofort. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann dank der Netzmethode nach Rücksprache 3 - 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.