Was ist ein Bruch?

Als „Bruch“ (Leisten-, Schenkel-, Nabel- oder Narbenbruch lat. „Hernie“ - kein Knochenbruch!) wird eine Lückenbildung in der Bauchwandmuskulatur, durch die sich das Bauchfell wie der Finger eines Handschuhs nach außen vorwölbt, bezeichnet. Die Lücke kann angeboren oder erworben sein. In die entstandene Bauchfellausstülpung können Eingeweide (Dünn- und Dickdarmanteile) rutschen und einklemmen. Diese Situation kann lebensgefährlich sein. Daher ist es erforderlich die entstandene Lücke rechtzeitig (am besten geplant) operativ zu verschließen. Seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts geschieht dies in aller Regel spannungsfrei durch ein Kunststoffnetz.

Bei einem Zwerchfellbruch (innerer Bauchwandbruch) kommt es durch Verziehung der Speiseröhre nach oben zu einer Schädigung des Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre. Die im Magen produzierte Säure kann ungehindert in die Speiseröhre fließen (Sodbrennen kann entstehen; besonders nachts in liegender Position).

 
 
 
 
Wissen Instrumente2
 

Nabelbruch - Nabelhernie

Neben dem Leistenbruch ist der Nabelbruch die zweithäufigste Hernie der Bauchwand. Der Nabelbruch des Neugeborenen nimmt eine Sonderstellung ein. Beim kindlichen Nabelbruch kommt es fast nie zu einer Einklemmung. Eine Operation kommt bei Kindern nur selten in Frage: 98% bilden sich innerhalb von 2 Jahren zurück.

Besteht nach Vollendung des 2. Lebensjahres der Nabelruch weiter soll in jedem Fall operiert werden, da ca. jeder vierte nicht operierte Nabelbruch einklemmt. Nach wie vor stellt die Einklemmung eines Nabelbruchs mit Darmbeteiligung eine lebensbedrohliche Situation dar. Wenn sich der Bruchsackinhalt eingeklemmt hat und nicht mehr in den Bauchraum zurückzudrängen ist, muss schnell eine Operation durchgeführt werden. Symptome der Einklemmung sind schwerste Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Nachbehandlung

Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren), Essen und Trinken ist ebenfalls sofort möglich. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann je nach Operationsverfahren 3 – 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.