Zwerchfellbrüche
Als „innerer Bauchwandbruch“ nimmt die Zwerchfellhernie eine Sonderstellung unter den Brüchen ein. Er entsteht im Bereich der natürlichen Lücke im Zwerchfell (Abgrenzung zwischen Brust- und Bauchraum), durch die die Speiseröhre (und die begleitenden Nerven) in den Bauchraum gelangt und dort in den Magen mündet.
Welche Ursachen lassen einen Zwerchfellbruch entstehen?
Die notwendige Zwerchfelllücke ist eine natürliche Schwachstelle der inneren Abgrenzung des Bauchraumes gegen den Brustraum. Hauptursache für die Entstehung einer krankhaften Bruchlücke ist eine angeborene Bindegewebsschwäche. Eine Rolle spielen auch starke dauernde Druckerhöhungen im Bauchraum, z.B. bei chronischem Husten, häufigem Pressen oder schwerer körperlicher Arbeit. In die langsam größer werdende Lücke stülpt sich genauso wie bei allen anderen Brüchen das Bauchfell vor und bildet so einen „inneren Bruchsack“. Die Speiseröhre, die normalerweise durch die beiden Zwerchfellmuskelteile in ihrer natürlichen Position gehalten wird, verzieht sich bedingt durch die weite Lücke nach oben. Der gesunde Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen, der wie ein Ventil das Einfließen von Flüssigkeit und festen Nahrungsbestandteilen in den Magen ermöglicht aber den Rückfluss verhindert, kann nicht mehr richtig arbeiten.
Wie macht sich ein Zwerchfellbruch bemerkbar?
Am häufigsten findet sich in unterschiedlicher Schwere auftretendes Sodbrennen, Aufsteigen von Flüssigkeit aus dem Magen, „Überlaufen“ von Flüssigkeiten aus dem Magen und der Speiseröhre in die Luftröhre. Das führt zu Räuspern, Husten und Heiserkeit bis hin zum Auftreten von Asthma. Die andauernde krankhafte Benetzung der Speiseröhrenschleimhaut mit aggressiver Magensäure führt zu unterschiedlich schweren Formen der Entzündung bis zur Verätzung und kann auch schlecht heilbaren Speiseröhrenkrebs auslösen. Besonders auffällig ist der Säure- und Flüssigkeitsrückfluss (lateinisch: Reflux) in der Nacht in liegender Position, weswegen viele Betroffene mit erhöhtem Oberkörper - manchmal fast im Sitzen - schlafen.
Wie und wann soll ein Zwerchfellbruch behandelt werden?
Bei dauerndem Sodbrennen wird zunächst mit säurehemmenden Tabletten, die die Entstehung der Magensäure in den Magenwandzellen erheblich einschränken bis verhindern, behandelt. Kommt es unter dieser Behandlung zum vollständigen Abheilen aller Entzündungserscheinungen in der Speiseröhre und zum Stoppen des Sodbrennens, kann die Tablettenbehandlung zwischenzeitlich oder dauernd die einzige Behandlung bleiben. Ist, um den Erfolg zu erreichen, jedoch eine unverhältnismäßig hohe dauerhafte Tablettendosierung erforderlich, kann eine operative Behandlung mit Einengung der ursächlichen Zwerchfelllücke sowie einer zusätzlichen Manschettenbildung, um einen künstlichen Ventilmechanismus herzustellen, erforderlich sein.
Endoskopische Spezialuntersuchung
Zur genauen Operationsanzeige ist eine endoskopische Spezialuntersuchung (Manometrie, (Druckmessung) und pH Metrie, (Säuremessung)) erforderlich, die von der endoskopischen Abteilung des Bethesda KH Bergedorf durchgeführt wird.
Nachbehandlung
Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren) erfolgt sofort. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Da es natürlicherweise zunächst in den meisten Fällen zu einer Verschwellung der unteren Speiseröhre kommt, die zu vorübergehenden Schluckbeschwerden führen kann, sollte in den ersten 5 Wochen nach der Operation die Ernährung auf täglich 5 kleine Mahlzeiten umgestellt werden. Eine medikamentöse Behandlung des Säurerückflusses in die Speiseröhre ist in der Regel nach der Operation nicht mehr erforderlich.