Unsere Therapien

Operationsverfahren bei Leistenbrüchen

Endoskopische Operation mit Netz (Schlüssellochmethode)

Nach Auffüllen des Bauches mit Luft erfolgt die Anlage von drei Röhrchen. Die Optik wird über das mittlere Röhrchen eingeführt. Auf dem angeschlossenen Bildschirm kann nun die Bauchhöhle von innen betrachtet werden. Über die beiden seitlich (rechts und links) eingebrachten Röhrchen kann mit langen, feinen Spezialinstrumenten das Bauchfell oberhalb des Bruches quer auf einer Strecke von ca. fünf Zentimetern eingeschnitten werden. Danach erfolgt das Ablösen des Bruchsackes vom Samenstrang. Jetzt zeigt sich die Bruchlücke in der inneren Bauchwandschicht. Nach weitgehender Ablösung des Samenstranges vom Bauchfell kann nun ein ausreichend großes (zwölf mal fünfzehn Zentimeter) oder größeres Netz mit leicht abgerundeten Ecken sicher über dem Samenstrang und der Bruchlücke platziert werden. Abschließend wird das Bauchfell mit einer sich später selbst auflösenden Naht fortlaufend verschlossen. Ein Einschneiden oder eine extra Befestigung des Netzes ist nicht erforderlich, da es in dem „maßgeschneiderten“ Raum zwischen den Bauchwandschichten durch den Druck des wieder verschlossenen Bauchfells und der darauf „lastenden“ Baucheingeweide nach Ablassen der Luft aus der Bauchhöhle an die innere Bauchwandschicht „gepresst“ wird. Körpereigenes Fibrin und das Einwachsen von Bindgewebszellen durch die vorgesehenen Netzmaschen befestigen das Netz dauerhaft in der Bauchwand.

Galten bis 2008 5 mm durchmessende Instrumente als Untergrenze der möglichen Minimalisierung konnte durch Einführung des hochfesten 2 mm durchmessenden Alphadur Instrumentarium die Größe der seitlichen Einstiche in die Bauchwand auf ein absolutes Minimum zurückgeführt werden. Diese Einstiche sind so klein, dass ein Nahtverschluss entfällt. Nur noch der kleine Nabeleinschnitt wird in der Haut mit einem Faden, der sich selber auflöst, vernäht, so dass das Ziehen der Fäden nach der Operation entfällt.

Offene Operation mit Leistenschnitt und Netz (Lichtensteinverfahren)

Nach Hautschnitt auf einer Länge von circa vier Zentimetern erfolgt die Präparation der Muskelhüllen unter Schonung der Bauchwandnerven. Vom sog. äußeren Leistenring ausgehend wird die Muskelhülle eröffnet und der Bruch sowie der Samenstrang und die mit ihm ziehenden Nerven und Blutgefäße dargestellt. Nun erfolgt die Darstellung des Bruchsackes, die Eröffnung, Abtragung und der Verschluss des Bruchsackstumpfes mit einer Tabaksbeutelnaht. Danach wird das circa neun mal fünfzehn Zentimeter messende, typisch zugeschnittene Netz auf die vorbereitete innere Bauchwandschicht aufgebracht. Hierbei ist wichtig, dass das Netz den tastbaren Knochenvorsprung deutlich nach mittig überragt. Die Befestigung erfolgt mit einer nicht auflösbaren Naht von mittig nach seitlich am Leistenband über den inneren Leistenring reichend, wobei seitlich des inneren Leistenringes beide Netzlefzen überlappend in die fortlaufende Naht einbezogen werden. Der Verschluss der äußeren Bauchwandschicht mit einer fortlaufenden, sich später selbst auflösenden Naht, vervollständigt die Wiederherstellung der Bauchwand. Der Hautverschluss erfolgt mittels in der Haut gestochenen Naht, die sich später selber auflöst.

Nachbehandlung

Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren), Essen und Trinken ist ebenfalls sofort möglich. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann je nach Operationsverfahren 3 – 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.
Typische Darstellung eines Leistenbruches von innen
Zustand nach Präparation des Bauchfelles und Netzplatzierung
Keine erkennbaren Narben.
Einschneiden der äußeren Muskelhülle 2
Zustand nach Einbringen des Kunststoffnetzes 1
Verschluss der äußeren Muskelhülle 2

1 Abb. entnommen aus Schumpelick et al: Hernienchirurgie
2 Abb. entnommen aus Bittner et al: Chirurgie der Leistenhernie, Karger, 2006

Operationsverfahren bei Schenkelbrüchen

Endoskopische Operation mit Netz (Schlüssellochmethode)

Nach Auffüllen des Bauches mit Luft erfolgt die Anlage von drei Röhrchen. Die Optik wird über das mittlere Röhrchen eingeführt. Auf dem angeschlossenen Bildschirm kann nun die Bauchhöhle von innen betrachtet werden. Über die beiden seitlich (rechts und links) eingebrachten Röhrchen kann mit langen, feinen Spezialinstrumenten das Bauchfell oberhalb der Leiste quer auf einer Strecke von ca. fünf Zentimetern eingeschnitten werden. Nach Präparation zeigt sich die Bruchlücke im Bereich der durchtreten Becken- und Beinblutgefäße. Nach Schaffung eines ausreichend großen Netzlagers wird ein großes (zwölf mal fünfzehn Zentimeter) oder größeres Netz mit leicht abgerundeten Ecken sicher über die Bruchlücke platziert. Abschließend wird das Bauchfell mit einer sich später selbst auflösenden Naht fortlaufend verschlossen. Ein Einschneiden oder eine extra Befestigung des Netzes ist nicht erforderlich, da es in dem „maßgeschneiderten“ Raum zwischen den Bauchwandschichten durch den Druck des wieder verschlossenen Bauchfells und der darauf „lastenden“ Baucheingeweide nach Ablassen der Luft aus der Bauchhöhle an die innere Bauchwandschicht „gepresst“ wird. Körpereigenes Fibrin und das Einwachsen von Bindgewebszellen durch die vorgesehenen Netzmaschen befestigen das Netz dauerhaft in der Bauchwand.

Offene Operation mit Leistenschnitt und Netz

Nach Hautschnitt auf einer Länge von circa vier Zentimetern erfolgt die Präparation der Muskelhüllen unter Schonung der Bauchwandnerven. Vom sog. äußeren Leistenring ausgehend wird die Muskelhülle eröffnet und auf diesem Wege die innere Schicht der Bauchwand dargestellt. Im nächsten Schritt erfolgt die Eröffnung dieser Schicht und die Schaffung eines maßgeschneiderten Raumes zwischen Bauchfell und innerer Bauchwand. Von dieser Position aus kann der Bruchinhalt aus der Schenkelbruchlücke zurückgezogen werden. Nun kann mit dem eingebrachtem zwölf bis fünfzehn Zentimeter großem Netz die meist kleine Bruchlücke sicher abgedeckt werden. Eine weitere Befestigung des Netzes ist in der Regel nicht erforderlich. Der Verschluss der inneren sowie der äußeren Bauchwandschichten mit einer fortlaufenden, sich später selbst auflösenden Naht. Der Hautverschluss erfolgt mittels in der Haut gestochenen Naht, die sich später selber auflöst.

Nachbehandlung

Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren), Essen und Trinken ist ebenfalls sofort möglich. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann je nach Operationsverfahren 3 – 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.

Operationsverfahren bei Nabelbrüchen

Es handelt sich um einen Eingriff, bei dem die Bruchlücke am Nabel oder in der Bauchmittellinie verschlossen wird. Manchmal sind hier schon über Jahre kleinere Anteile des Bauchfells in der Bruchlücke fest eingewachsen. Die Bruchlücke wird bei einem Durchmesser unter 1 cm und bei schlanken, jungen Patienten durch Nähte verschlossen.
Liegt ein mittelgroßer Defekt zwischen ca 1,5 – 3 cm Durchmesser vor kann ein kreisrundes Spezialnetz über einen kleinen Einschnitt am Unterrand des Nabels eingebracht und in der Bauchwand verankert werden (Sog. PUMP Verfahren).
Bei einem größeren Defekt (> 3 cm Durchmesser) sollte die Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz verstärkt werden, um das Risiko eines wieder auftretenden Bruches zu senken. Dazu wird ein Kunststoffnetz in die zuvor exakt präparierten Bauchwandschichten eingenäht (Sog. Sublay-Verfahren).
In besonderen Fällen kann das laparoskopische Verfahren (Schlüssellochmethode, sogenanntes „IPOM Verfahren“) angezeigt sein: Hierbei wird über Einstiche in die seitliche Bauchwand ein speziell beschichtetes Netz in die Bauchhöhle eingebracht, ausgebreitet, über die Bruchlücke gelegt und mit speziellen Nähten oder Clips in der Bauchwand befestigt.
Um Wiederholungsbrüche sicher zu verhindern, muss das Netz bei großen Brüchen die Bruchpforte in allen Richtungen ca. 5 cm überlappen. Gelegentlich tritt nach der Einlage großer Kunststoffnetze ein Fremdkörpergefühl in der Bauchwand auf. Durch die Verwendung von Netzen hat sich die Rückfallquote deutlich reduzieren lassen.

Nachbehandlung

Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren), Essen und Trinken ist ebenfalls sofort möglich. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann je nach Operationsverfahren 3 – 4 Wochen nach der Operation begonnen werden

Operationsverfahren bei Bauchwandbrüchen

Es handelt sich um einen Eingriff, bei dem die Bruchlücke in der Oberbauchmittellinie verschlossen wird. Manchmal sind hier schon über Jahre kleinere Anteile des Bauchfells in der Bruchlücke fest eingewachsen. Die Bruchlücke wird bei einem Durchmesser unter 1 cm und bei schlanken, jungen Patienten durch Nähte verschlossen.
Liegt ein mittelgroßer Defekt zwischen ca 1,5 – 3 cm Durchmesser vor kann ein kreisrundes Spezialnetz über einen kleinen Hauteinschnitt eingebracht und in der Bauchwand verankert werden (Sog. PUMP Verfahren).
Bei einem größeren Defekt (> 3 cm Durchmesser) sollte die Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz verstärkt werden, um das Risiko eines wieder auftretenden Bruches zu senken. Dazu wird ein Kunststoffnetz in die zuvor exakt präparierten Bauchwandschichten eingenäht (Sog. Sublay-Verfahren). Der Zugang hierzu kann bei größeren Brüchen durch Verwendung des Mini to Less Open Sublay Verfahrens (MILOS) klein gehalten werden.
In besonderen Fällen kann das laparoskopische Verfahren (Schlüssellochmethode, sogenanntes „IPOM Verfahren“) angezeigt sein: Hierbei wird über Einstiche in die seitliche Bauchwand ein speziell beschichtetes Netz in die Bauchhöhle eingebracht, ausgebreitet, über die Bruchlücke gelegt und mit speziellen Nähten oder Clips in der Bauchwand befestigt.
Um Wiederholungsbrüche sicher zu verhindern, muss das Netz bei großen Brüchen die Bruchpforte in allen Richtungen ca. 5 cm überlappen. Gelegentlich tritt nach der Einlage großer Kunststoffnetze ein Fremdkörpergefühl in der Bauchwand auf. Durch die Verwendung von Netzen hat sich die Rückfallquote deutlich reduzieren lassen.

Nachbehandlung

Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren), Essen und Trinken ist ebenfalls sofort möglich. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann je nach Operationsverfahren 3 – 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.

Darstellung des sehr großen Bauchwandbruches 1

1 Abb. entnommen aus Kremer et al Chirurgische Operationslehre Band 7 I + II Thieme 1994

Operationsverfahren bei Narbenbrüchen

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, das die früher verwendeten Methoden häufig zu erneuten Auftreten von Narbenbrüchen geführt haben.
Da bei Narbenbrüchen von einer durch Bindegewebsschwäche gestörten Narbenbildung ausgegangen werden muss, ist die einfache Naht, die häufig unter Spannung ausgeführt werden muss, nicht erfolgreich. Ein dauerhafter Verschluss kann nur durch ein spannungsfreies Verfahren mit Kunststoffnetzeinlage zum Verschluss der Bruchlücke erreicht werden.

Offenes Verfahren

Offenes Verfahren (Sogenanntes „Sublay-Verfahren“): Hierbei wird das Kunststoffnetz nach Wiedereröffnen der Narbe auf die unterste Schicht der Bauchwand aufgelegt und ggf. mit einzelnen Nähten befestigt.
Durch das MILOS (Mini to Less Open Sublay) Verfahren, einem halb endoskopischen Vorgehen in der Bauchwand, kann der früher übliche große Hautschnitt deutlich verkleinert werden. Dadurch kann die Rate, der nach der Operation auftretenden Komplikationen erheblich gesenkt werden. Dieses Innovative Verfahren wird seit 2015 regelhaft im Hanse-Hernienzentrum durchgeführt.

Laparoskopisches Verfahren

Laparoskopisches Verfahren (Schlüssellochmethode, sogenanntes „IPOM Verfahren“): Hierbei wird über kleine Einstiche in die seitliche Bauchwand ein speziell beschichtetes Netz in die Bauchhöhle eingebracht, ausgebreitet, über die Bruchlücke gelegt und mit speziellen Nähten oder Clips in der Bauchwand befestigt.

Um Wiederholungsbrüche sicher zu verhindern, muss das Netz bei großen Brüchen die Bruchpforte in allen Richtungen ca. 5 cm überlappen. Gelegentlich tritt nach der Einlage großer Kunststoffnetze ein Fremdkörpergefühl in der Bauchwand auf. Durch die Verwendung von Netzen hat sich die Rückfallquote deutlich reduzieren lassen.

Operationsverfahren bei Zwerchfellbrüchen

Minimal invasive Operation

Bestätigen die Ergebnisse der notwendigen Voruntersuchungen (endoskopische Druck- und Säuremessung) die Operationsanzeige, wird sicher und präzise per Bauchspiegelung („Röhrchen- oder Schlüssellochmethode; griechisch: „Laparoskopie“) die Zwerchfelllücke verkleinert und ein neuer Ventilmechanismus durch Bilden einer individuell angepassten Manschette, die um den unteren Anteil der Speiseröhre gelegt wird, geschaffen. Für die Operation sind kleine Einschnitte in die Bauchwand erforderlich.

Laparoskopische Zwerchfellbruchoperationen führen wir in der Regel als kurzstationäre Eingriffe durch, das heißt, dass Sie insgesamt mit einem ca. 4-5 tägigen stationären Aufenthalt rechnen sollten.

Nachbehandlung

Eine Mobilisation für Alltagstätigkeiten erfolgt sofort (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren) erfolgt sofort. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Da es natürlicherweise zunächst in den meisten Fällen zu einer Verschwellung der unteren Speiseröhre kommt, die zu vorübergehenden Schluckbeschwerden führen kann, sollte in den ersten 5 Wochen nach der Operation die Ernährung auf täglich 5 kleine Mahlzeiten umgestellt werden. Eine medikamentöse Behandlung des Säurerückflusses in die Speiseröhre ist in der Regel nach der Operation nicht mehr erforderlich.

Operationsverfahren bei Sportlerleisten

Nach erfolglosem konservativem Therapieversuch sollte die Entscheidung zur Operation nicht über einen Zeitraum von 4 – 6 Wochen hinausgeschoben werden. Eine lang anhaltende Reizung von Nerven kann in einzelnen Fällen in ein chronisches Schmerzsyndrom übergehen, was dazu führen kann, dass das auch nach erfolgreicher Leistenstabilisierung Schmerzen nur langsam zurückgehen.

„Minimal Repair Technik“

Das "Minimal Repair Verfahren" wurde für professionelle Sportler mit einer Sportlerleiste entwickelt. Entscheidend hierbei sind die Größe des Defektes in der Bauchwand und die Stabilität der benachbarten Bauchwand.

Bei diesem Verfahren wird die Hinterwand des Leistenkanals nur im Bereich der sonographisch definierten Schwachstelle in der Transversalisfaszie durch eine spezielle Nahttechnik stabilisiert. Gesunde Anteile der Hinterwand werden geschont. Durch das Verfahren wird eine rasche Wiederaufnahme insbesondere der sportlichen Aktivitäten ermöglicht.

Professionelle Sportler mit den typischen Beschwerden können häufig netzfrei  mit der "Minimal Repair Technik" operiert werden. Dadurch wird die volle Elastizität der Bauchmuskeln und das ungehindertes Gleiten der Muskel- und Faszienschichten gegeneinander gewährleistet, auf das die Sportler angewiesen sind.

A

Aufstehen

Schon am Tag der Operation dürfen Sie aufstehen.

Anziehen

Sie dürfen nach der Operation alles uneingeschränkt anziehen. Feste Gürtel können ggf. zu lokalen Schmerzen führen. Empfohlen wird bei Leistenbruchoperationen für eine gewisse Zeit fest anliegende Unterhosen zu tragen. 

Arbeitsunfähigkeit

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach der Operation richtet sich hauptsächlich nach der beruflichen Tätigkeit. Je körperlich belastender der Beruf ist desto länger die AU: Bei leichter Tätigkeit 1-2 Wochen, bei schwerer Tätigkeit bis zu 4 Wochen.

B

Bauchbinde

Bei größeren -zumeist offenen- Bruchoperationen ist das Tragen einer Bauchbinde in den ersten 3 – 4 Wochen sinnvoll und wird meist als angenehm empfunden.  

Belastung

Nach einer Bruchoperation mit Netz sind Sie sofort schmerzabhängig voll belastbar. Sie dürfen sich frei bewegen und Lasten bis zu 10 kg in den ersten zwei Wochen heben. Nach zwei Wochen sollte die Belastung in Abhängigkeit von den Schmerzen gesteigert werden. Vollbelastung nach 4 Wochen nach der Operation. 

C

Cremes

Bitte in den ersten 7 Tagen nach der Operation keine Cremes auf die Wunde auftragen.

D

Duschen

Sie dürfen ab dem 2. Tag nach der Operation, egal, ob diese offen oder endoskopisch durchgeführt wurde, duschen. Wasser oder Seifenlösung darf über die frischen Wunden laufen. Nach der Dusche die Stellen abtupfen und mit einem frischen Pflaster versorgen. Nach einer Woche sind die Pflaster meist nicht mehr erforderlich. Duschpflaster sind in der Regel nicht notwendig. 

E

Essen

Sie dürfen noch am Tag der Operation kleine, magen-schonende Mahlzeiten zu sich nehmen. Patienten, die nach einer Vollnarkose über starke Übelkeit klagen, sollten erst nur Tee und Wasser trinken, und mit der Nahrungsaufnahme bis zum Rückgang der Übelkeit warten.  

F

Fäden

Fäden müssen nach der Operation heute nicht mehr entfernt werden, da es sich meist um selbst auflösendes Material handelt. 

Fieber

In den ersten 2 Tagen nach der Operation kann die Körpertemperatur etwas ansteigen bis auf 38° C. Wenn sie über 38,5° C steigt sollten Sie dies dem Arzt melden. 

G

Gehen

Schon am Tag der Operation dürfen Sie kleine Wege gehen. Gegen einen kleinen Spaziergang am Folgetag gibt es meistens keine Einwände. 

H

Heben

Früher hieß es, dass man nach einer Bruchoperation lange Zeit nicht heben darf. Dies ist mit den neuen Operationstechniken 1 Woche nach der Operation bereits erlaubt. (Siehe auch „Belastung“ unter B)

Hernie

Griechisch für "Knospe": Bei einer Hernie wölben sich Bauchfell oder Eingeweide durch eine Lücke in der Bauchwand nach außen (unter die Haut).  

I

Infektion

In seltenen Fällen kommt es zu Infektionen im Wundgebiet. Dies äußert sich durch Rötung, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit, die eher zunehmend sind. Diese Zeichen sollten Sie dem Operateur zeigen. Danach wird ein entsprechendes Behandlungskonzept erstellt. 

J

Joggen

Wenn die Wunden verheilt sind und die Schmerzen sich zurückgebildet haben -in der Regel nach zwei Wochen-, darf man wieder joggen gehen. Es wird eine Zeit dauern, bis man die volle Leistungskraft wiedererlangt (nach 4 Wochen). Schmerzen, die nach Belastung auftreten und sich spontan nach einem Tag zurückbilden werden in den ersten Wochen nach der Operation häufiger beschrieben. 

K

Kontrolle

Eine chirurgische Kontrolle mit Ultraschall sollte einmalig nach der Operation durchgeführt werden.

Komplikation

Bei dem Aufklärungsgespräch werden Sie über mögliche Komplikationen einer Bruchoperation aufgeklärt. Einzelheiten müssen Sie mit dem Operateur besprechen.

Kühlen

Nach offenen Operationen macht es Sinn die Wunde in den ersten 3-5 Tagen nach dem Eingriff zu kühlen (Cold-Pack 1⁄4 h alle 3-4 h). 

L

Liegen

Sie dürfen in jeder Position liegen, dadurch wird die Wunde nicht aufgehen oder sich das Netz verschieben - keine Angst. Es kann jedoch ein wenig schmerzen sich auf die Seite der operierten Hernie zu legen. 

Laufen

Siehe "Joggen".

M

MILOS

„MILOS“ heißt „Mini-to-Less-Open-Sublay“ und findet bei größeren Bauchwand- und Narbenbrüchen Anwendung. Nicht jedoch bei Leistenhernien. 

N

Nachuntersuchung

Wir nehmen an einer Multicenter Studie zur Erfassung von Daten zur Hernienchirurgie teil. Das bedeutet für den Patienten, dass wir ihn nach 1, 5 und 10 Jahren nach dem Operationsergebnis befragen. Die Daten werden an mehreren europaweiten Hernienzentren erfasst und zusammengetragen.

O

Operationstag

Am Operationstag kommen Sie bitte – wie mit dem Narkosearzt vereinbart – nüchtern in die Klinik. Auch blutverdünnende Medikamente müssen rechtzeitig – wie mit dem Chirurg besprochen – rechtzeitig abgesetzt werden! 

P

Pflaster

Zunächst befindet sich die Wunde unter einem im Operationssaal geklebten, sterilen Pflaster, das 24-48 Std. auf der Wunde belassen werden sollte. Danach sollte das Pflaster einmal täglich (nach der Dusche) gewechselt werden. Duschpflaster sind in der Regel nicht erforderlich. 

R

Ruhen

Siehe "Belastung".

S

Schmerz

Schmerzen werden individuell unterschiedlich empfunden und angegeben. Es macht Sinn in den ersten Tagen nach der Operation Schmerzmittel (meist Ibuprofen oder Novalgin) einzunehmen. In seltenen Fällen kommt es zu anhaltenden Schmerzen, die dann dem Operateur geschildert werden sollten. 

Serom

Serom nennen wir die Flüssigkeitsansammlung im Operationsgebiet, die in seltenen Fällen nach dem Eingriff auftritt und manchmal nur langsam vom Körper abgebaut wird. 

T

Temperatur

siehe "Fieber".

V

Verband

siehe "Pflaster".

W

Wasser

Nach ca. 24 Stunden darf Wasser über eine frische Wunde laufen. Die Wunde sollte aber nicht in Wasser (Badewanne) aufweichen. 

Z

Zwerchfellhernie

Nach einer Zwerchfellhernienoperation kann es zu Schluckstörungen kommen in Folge von Ver-schwellungen am Übergang zwischen Speiseröh-re und Magen. Das ist in der Regel nach 5 - 6 Wochen vorbei. In der Zeit empfehlen wir 5 – 6 kleine breiig-flüssige Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Therapien

Individuelle Behandlung

Die Behandlung sollte heutzutage stadiengerecht und individuell angepasst erfolgen (sogenannter „Tailored Approach“):

Die meisten der 250 000 jährlich in Deutschland operierten Leistenbrüche werden mit einem Kunststoffnetz verschlossen. Entweder geschieht das über einen Leistenschnitt von außen (so genanntes Lichtenstein Verfahren) oder von innen endoskopisch per Bauchspiegelung (so genanntes laparoskopisches, minimal invasives Vefahren, „Schlüssellochmethode“).

Für Bauchwand- oder Narbenbrüche gilt die Verstärkung der Bauchwand mit einem Kunststoffnetz, das anatomisch exakt entweder offen im sog. „Sublay-Verfahren“ oder per Bauchspiegelung (Laparoskopie) im sog. „IPOM Verfahren“ (Intraperitoneal Onlay Mesh) in die Bauchwand eingebracht wird, als das Verfahren der Wahl.

Das Hanse-Hernienzentrum Hamburg bietet neben der operativen Behandlung von Leisten-, Bauchwand- und Zwerchfellbrüchen auch kompetente Beratung, Diagnostik und Therapie bei Leistenschmerzen auch wenn diese nicht durch einen Leistenbruch verursacht sind.

Als spezialisierter Kooperationspartner gehört der Facharzt für Neurochirurgie Herr Dr. med. D. Klase zum Team. Er behandelt Schmerzen, die durch Störungen der in die Leiste ziehenden Nerven verursacht werden.

Mit Neurochirurgen/Neurologen, Orthopäden, Urologen, Gynäkologen und Physiotherapeuten haben wir im Hanse-Hernienzentrum Hamburg eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Leistenschmerz“ eingerichtet. Diese Gruppe koordiniert u. a. in gemeinsamen Konferenzen die verschiedenen notwendigen, diagnostischen und therapeutischen Schritte